Schreibwerkstatt & Versschmiede

„Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt“

Ludwig Wittgenstein

Sprache nutzen wir im Alltag vor allem, um anderen schnell etwas mitzuteilen: E-Mail, SMS, ein Gespräch am Handy … da geht es um Inhalt, nicht um Form, nicht um Sprachspiele oder den bestmöglichen Ausdruck eines Gedankens. Da genügt es, wenn unser Gesprächspartner so einigermaßen versteht. Aber reicht das, wenn es um uns selbst geht, wenn wir über die wichtigen Dinge unseres Lebens sprechen wollen? Wenn wir uns klar werden wollen, wer wir eigentlich sind, und wohin wir wollen? Mit den Grenzen unserer Sprache verschieben wir zugleich die Grenzen unserer Welt, unserer Wahrnehmung, lernen genauer zu sehen, hinzuhören, zu fühlen.

Wir beginnen spielerisch, drehen und wenden die grammatikalischen Muster, stellen die vorgegebene Sinnhaftigkeit von Sprache auf den Kopf. Dann beginnen wir, diese literarischen Formen und Spiele auf uns selbst zu beziehen, eigene Gedanken in Worte zu kleiden, selbst Literatur zu machen. Wie geht es mir? Was erhoffe ich mir? Wie bin ich überhaupt hierher gekommen? Und was ist jetzt die passende Ausdrucksform für meine Gedanken? Ein Brief, ein Rap, ein Nonsensgedicht, Slam Poetry, visuelle Poesie, ein Witz, ein Sketch, ein Dialog?