Zwischen Spielküche und Werkbank

Rollenbilder und Vielfalt im Kita-Alltag

Vortrag und Workshopangebot von Sascha Verlan und Almut Schnerring (aka Die Rosa-Hellblau-Falle® )

auch als 1- bis 3-stündige Live-Online-Veranstaltung

Glitzer und Kuschel für die Prinzessin, Camouflage und Schwarz für den wilden Kerl – warum kleiden Eltern ihre Kinder so gern geschlechtstypisch ein, warum statten sie sie so oft mit geschlechtergetrenntem Spielzeug aus? Und wie kommt es, dass Kindern grade im Kindergartenalter so wichtig ist, sich geschlechtstypisch zu verhalten? Warum sind Mütter so viel präsenter im Kita-Alltag, warum gibt es weniger männliche Erzieher und weniger Frauen in Führungspositionen?

Ob Eltern, Kita- oder Grundschul-Fachkräfte…, die Mehrheit der Erwachsenen möchte Kindern die gleichen Möglichkeiten und Voraussetzungen bieten, unabhängig vom Geschlecht. Aber ist das überhaupt möglich, wo die Zuordnung in rosa und hellblau mit der Schmetterlings-Zahnbürste beginnt, uns über das Piratenmüsli und die Wahl der Brotdosenfarbe, die Bikini-Plakate auf dem Schulweg, die geschlechtergetrennten Kindergeburtstage und den Helden-Filmen im Kino den ganzen Tag über begleitet und selbst beim Einschlafen mit den ‚Feen-Bettgeschichten‘ nicht endet. Geschlechterfragen sind in alle Lebensbereiche verwoben, Kinder sind immer damit konfrontiert und setzen sie zu sich selbst in Beziehung. Im Vorschulalter provozieren sie gern Situationen, in denen sie sich von anderen ihr Geschlecht bestätigen lassen, und sie definieren Geschlechterrollen oft besonders streng. Deshalb brauchen Kinder Spielräume, um ihre Identität frei entwickeln zu können und dafür brauchen sie Erwachsene, die ihnen Alternativen zeigen zu den engen Rollenbildern aus Werbung und Medien.

Das Gute-KITA-Gesetz (und ähnlich auch die Bildungspläne der Länder) fordert ausdrücklich:

“Alle Kinder sollen die gleichen Chancen haben, zu entdecken, was in ihnen steckt, und ihre Talente zu entfalten. Die frühe Förderung von Kindern in der Kinderbetreuung leistet einen wichtigen Beitrag zur Chancengerechtigkeit.”

Wie dieser Anspruch im Alltag umzusetzen wäre, damit werden Erzieher*innen und Teams oft alleine gelassen. ‚Geschlechtersensible Pädagogik‘ steht für einen reflektierten Umgang mit den geschlechtsbezogenen Botschaften, die Kinder im Alltag wahrnehmen und bezieht die Rollenerwartungen und gesellschaftlichen Prägungen der Erziehungsberechtigten und der Fachkräfte der Einrichtung mit ein. Sie ist keine Methode, die punktuell im Tagesablauf angewandt wird, sondern sie beruht auf einer Haltung, die Wert legt auf Vielfalt und Inklusion, auf Toleranz und Chancengleichheit. Sie hat soziale Ungleichheiten und neben der geschlechtlichen auch andere Diskriminierungsformen (intersektional) im Blick. Ihr Ziel ist es, Wahlfreiheit jenseits von Geschlechterklischees und ohne Rosa-Hellblau-Falle® zu ermöglichen.

Dieses Seminar richtet sich an Fachkräfte, die sich mehr Wahlfreiheit für Kinder wünschen und möchte sie darin unterstützen, Kinder kritisch zu begleiten beim Erwerb geschlechtlicher Identitäten. Im Kindergartenalter wird die Basis dafür gelegt, ob Kinder ihre Interessen und Fähigkeiten individuell entwickeln können, jenseits von „untypisch“ und „normal“, oder ob ihre Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit sie in ihrem Lebensverlauf, bei der Berufswahl und Familienbildung einschränken werden.

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‘Drama Queen und Bad Boy’ – Foto (c) klische*esc e.V.

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