Wir achten ja nur auf Qualität, nicht auf Geschlecht!

Unbewusste Denkmuster und Stereotype
am Arbeitsplatz.

Er ist zielstrebig und engagiert, sie übertreibt es mit dem Ehrgeiz und wird schnell zickig? Er ist ein verantwortungsvoller Vater, obwohl er mehr Überstunden macht als zuvor – sie ist nicht so zuverlässig wie der Kollege, weil sie Kinder hat?

Was nach Klischees einer TV-Serie klingt, sind Ergebnisse aus Studien, in denen Proband*innen Menschen einschätzen sollten. Mal aufgrund ihres Verhaltens, mal aufgrund ihres Lebenslaufs. Das sich wiederholende Ergebnis: Ein und dasselbe Verhalten bei Männern und Frauen wird unterschiedlich wahrgenommen und bewertet. Der sogenannte ‚Unconscious Bias‘, führt oft dazu, dass Frauen in Unternehmen bei der Einstellung, in Bewertungen und Beförderungsverfahren benach­teiligt werden, unbewusst, aber systematisch. Selbst wenn stereotypes Denken grundsätzlich bewusst ist, beeinflusst es das Handeln im Konkreten, sorgt für diskriminierende Stellenanzeigen und peinliche Bilder in Firmenkommunikation.

Wer kann besser einparken, Gefühle zeigen, Kinder versorgen, eine Lampe auswechseln… Auch dass Frauen mehr reden würden als Männer – bloß ein Klischee – das bis heute munter weiterverbreitet wird, obwohl es wissenschaftlich längst widerlegt ist. Genau dieses Stereotyp haben die meisten so sehr verinnerlicht, dass der Redeanteil einer Frau, selbst dann, wenn er ausgezählt nach Wörtern gleich groß war, beim Publikum trotzdem den Eindruck hinterlässt, Sie habe zu viel geredet, und Er sei kaum zu Wort gekommen.

Die unbewusste, unterschiedliche Bewertung beeinflusst nicht nur die Wahrnehmung von Frauen und Männern (leichter Händedruck, Blickkontakt, Körperhaltung …), sondern von Menschen insgesamt (Herkunft, Alter, Religion, Name …). Das schnelle Einordnen und Kategorisieren mag unser Gehirn im Alltag zwar vor Überforderung schützen, es verursacht aber ebenso oft gravierende Fehlentscheidungen, selbst dann, wenn Menschen betonen, keine Vorurteile zu haben und z.B. Frauenförderung oder Diversität wichtig zu finden.

In dieser Fortbildung wird der Unconscious Bias im beruflichen Miteinander anhand vieler Beispiele und Studien aufgedeckt, Tipps und Fragestellungen helfen dabei, einengende Rollenklischees im beruflichen Alltag zu erkennen und sie im Team zu diskutieren.

Die Teilnehmenden lernen, dass das Problem nicht darin besteht, Vorurteile zu haben, sondern darin, sie nicht zu erkennen und deshalb unreflektierte Entscheidungen zu treffen.

Nur wer sich über die eigenen, unbewussten Vorannahmen klar wird, kann deren Einfluss reduzieren, nicht nur auf der persönlichen Ebene, sondern auch strukturell im gesamten Unternehmen.

Rahmen:

  • 3-stündiger Workshop oder Tagesseminar für bis zu 20 TN
  • Alternativ auch im World-Cafe-Format (bis zu 100 TN) beispielsweise im Anschluss an einen Vortrag
  • auch als live-online-Veranstaltung, sprechen Sie uns gerne an

Wir freuen uns über Ihre Anfrage:


Weiterlesen:

Hintergrundinformationen und Studien zum Unconscious Bias im Artikel > Unbewusste Vorannahmen